Nachgefragt bei Guido Roeder

(Im Gespräch mit Joachim Guthmann)

 

Zum Saisonende werden der TSV und sein Trainer Guido Roeder die Zusammenarbeit nach 5 Jahren beenden. Wir denken, die lange Zeit die Guido für den TSV gecoacht hat, ist es wert, ein paar Fragen an unseren scheidenden Trainer zu stellen. Für die Redaktion sprach Joe Guthmann mit Guido Roeder.

TSV-Aktuell:
Servus Guido, du warst jetzt 5 Jahre Trainer beim TSV. Wie kam seinerzeit eigentlich der Kontakt zum TSV zustande und was hat dich damals bewogen zum TSV zu wechseln?

Guido Roeder:
Hallo Joe, nach meinem Ausscheiden bei der SG Stupferich im Oktober kam dann im gleichen Jahr noch der Anruf von Thomas Bossert, ob ich mir vorstellen kann als Nachfolger von Mathias Miskolczi den TSV zu übernehmen. Ich geh davon aus, dass der Tipp vom damaligen Spielausschuss Magic Metz kam, den ich vorher schon beim SVL trainiert hatte. Thomas Bossert hatte mich damals eigentlich schon am Telefon gefangen. Ich wartete aber bis nach dem ersten Gespräch mit meiner Zusage. Der TSV war und ist heute noch eine gute Adresse und da muss man nicht lange überlegen.

TSV-Aktuell:
Du bist eigentlich ein Ur-Langensteinbacher und hast dich damit als Nachfolger von Reinhard Langer und Thomas Guthmann eingereiht. Spürt man noch immer die große Rivalität zwischen den Karlsbader Vereinen? 

Guido Roeder:
Nun die großen Rivalitäten von früher gibt es wohl nur noch bei den sogenannten Alteingesessenen. Aber unter den jetzigen Aktiven spürt man da nix mehr. Zu meiner Zeit als Aktiver war das schon noch ein bisschen anders, aber immer schön. Vor allem nach dem Spiel. 

TSV-Aktuell:
Du hast es mit einer Vielzahl unterschiedlichster Charaktere zu tun gehabt. Waren richtige Typen dabei? Wer hat es am besten verstanden die Mannschaft auf und außerhalb des Spielfelds immer wieder mitzureißen? 

Guido Roeder:
Nun in den fünf Jahren hab ich sehr viele verschiedene Spieler kennen gelernt. Jeder war und ist für sich ein besonderer Typ. In den ersten Jahren waren da noch Spieler wie Jens Kuhn, Dalibor Bogdanovic oder Jochen Kirstein. Alles besondere Spielertypen. Von einem Johannes Karcher ganz zu schweigen. Aber als richtigen Leader und Verrückten will ich besonders unseren Torwart Andre Herb hervorheben. So einen noch als Feldspieler hätte uns ab und an sehr gut getan. 

TSV-Aktuell:
In deiner Amtszeit wurden viele junge Spieler in den Kader integriert. Hast du ein besonderes Geheimnis für die Arbeit mit den „Jungen“?

Guido Roeder:
Ein besonderes Geheimnis gibt’s da nicht. Man muss so bleiben wie man ist und sich nicht verstellen. Und vor allem Spaß an der Sache vermitteln. Heute kann man mit den Spielern nicht mehr so umgehen, wie früher. Sie sind alle zarte Pflänzchen und müssen gehegt werden. Und ich war ihr Gärtner. 

TSV-Aktuell:
Vor 2 Jahren hätte es fast mit dem Aufstieg geklappt. Was fehlte damals letztlich zum Erfolg? 

Guido Roeder:
Kurz gesagt. Ein Punkt oder etwas mehr geschossene Tore. Leider konnten wir die Leistungen der Vorrunde damals in der Rückrunde nicht ganz so wiederholen. Und in den direkten Spielen gingen wir leider als Verlierer vom Platz. Ich denke in der Relegation wären wir aufgestiegen. 

TSV-Aktuell:
Aktuell belegt deine Truppe den 10. Tabellenplatz. Was ist/war aus deiner Sicht ausschlaggebend für diese (enttäuschende) Platzierung? 

Guido Roeder:
Wir haben vor dieser Runde wieder etliche junge Spieler eingebaut, die einfach ihre Zeit brauchen um sich einzugewöhnen. Wenn man aber sieht, wie gut wir uns gegen die Spitzenteams verkaufen, dann steckt doch einiges an Potential drin. Die Schwäche im Torabschluss ist aber nicht vom Tisch zu wischen. Dies war schon immer das gravierendste Problem. 

TSV-Aktuell:
Wie sieht deine Zukunftsplanung im sportlichen Bereich aus? Werden wir dich unter Umständen in der nächsten Spielzeit auf der Trainerbank eines Konkurrenten wieder sehen? 

Guido Roeder:
Ich will und werde als Trainer weiter machen. Wo das sein wird steht noch offen. 

TSV-Aktuell:
Wir alle wissen, dass man als Trainer in den unteren Klassen - und damit auch beim TSV - ständig in gewisser Weise improvisieren muss. Hast du diesbezüglich einen guten Tipp für den TSV oder deinen Nachfolger? 

Guido Roeder:
Ich hab halt versucht den Spielern folgendes klar zu machen. Sie wollen im Training immer wieder was Neues haben. Somit versuche ich jedes Training neu zu gestalten. Das geht aber umso schwerer, wenn die Spieler sich nicht abmelden oder nicht mitziehen. Dies hat im Großen und Ganzen auch geklappt, denke ich. Trotzdem muss man auf seinem Zettel immer Alternativen parat haben. 

TSV-Aktuell:
Welche bleibenden Eindrücke wirst du von deinem Engagement beim TSV mitnehmen?  

Guido Roeder:
Fünf Jahre sind eine lange Zeit und ich habe hier viel erlebt. In positiver Erinnerung bleibt auf jeden Fall, die Anlage und die Trainingsmöglichkeiten. Sowas kann man sich nur wünschen. Ansonsten ist der TSV weiterhin ein familiärer Verein, in dem man sich einfach wohl fühlen kann. Dies sollte jedem klar sein, der hier mit einem Engagement anfängt. 

TSV-Aktuell:
Guido, es war dir ein großes Anliegen, noch ein paar Worte an deine Spieler, die Verantwortlichen und die Mitglieder des TSV zu richten! 

Guido Roeder:
Ich möchte mich für tolle fünf Jahre bedanken, die ich hier als Trainer und Mensch erleben durfte. Leider war es uns nicht vergönnt im dritten Jahr aufzusteigen. Trotzdem denke ich, dass ich den Spielern in den letzten Jahren einiges vermitteln konnte und wenn die Mannschaft hier weiter dran arbeitet, wird der Erfolg kurzfristig auch tabellarisch ersichtlich sein. Von verantwortlicher Seite hoffe ich, dass die Änderungen im sportlichen Bereich die erhofften Früchte tragen. Die Zusammenarbeit war gut. Auch wenn ich mir manchmal etwas mehr Aktivität gewünscht hätte. Vor allem die ersten Jahre mit Magic Metz, Gery Bauer und Klaus Bentz liefen sehr gut und dafür möchte ich mich auch bedanken. Danke auch an meinen Linienrichter Harald Mende, der mich in jedem Spiel begleitete, was für ihn sicher nicht immer ganz einfach war. 

Wenn die Mannschaft in den nächsten Runden wieder erfolgreicher spielt, werden die Zuschauer hoffentlich auch wieder verstärkt kommen.
Ich wünsche dem Verein in Zukunft alles was man sich so vorstellt und dass man mit den vielen jungen Spielern noch weiterhin viel Spaß haben wird. Ich hatte es auf jeden Fall und werde immer wieder gerne zum TSV kommen. 

TSV-Aktuell:
Danke, Guido, dass du dir die Zeit genommen hast unsere Fragen zu beantworten. Vielen Dank auch für fünf gute Jahre beim TSV, in denen du die TSV-Mannschaft, vor allem im taktischen Bereich, weiter nach vorne gebracht hast. Wir wünschen dir für die Zukunft – sportlich und natürlich privat – alles Gute und hoffen auf viele Begegnungen mit dir. Du bist in Auerbach weiterhin immer willkommen!

 


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Bilder: TSV Auerbach

 
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